27.09.2026 Domenica | Sonntag ore 18 Uhr Bolzano | Bozen Conservatorio | Konservatorium “Alpenklang“ Neue Kompositionen aus Nord- und Südtirol Uraufführungen von Michael FP Huber, Ralph Mothwurf, Helga Plankensteiner und Hubert Stuppner
27.09.2026
Domenica | Sonntag
ore 18 Uhr
Bolzano | Bozen
Conservatorio | Konservatorium
Windkraft-Kapelle für Neue Musik
Michael Cede, Flöte | flauto
Kasper de Roo, Leitung | Direttore
Programma | Programm:
ALPENKLANG | IL SUONO DELLE ALPI
5 Uraufführungen | Prime esecuzioni
Luca Sticcotti: Baranci Sunrise (Sonnenaufgang am Haunold)
Manuel Zwerger: “Stone / Wind / Signal”
Michael FP Huber: Ehopintaro op.78 für Flöte und Ensemble
Hubert Stuppner: Alpenfolk II
Bergdrang
Totenfeier in Meran
Wiesenfest in Toblach mit Kuh
Helga Plankensteiner / Michael Lösch Base Jumpin’Blues
Commissione del Festival
Kompositionsauftrag des SKB
Auftrag des SKB
Berge können rauschen, widerhallen, locken und bedrohlich nahekommen. Unter dem Titel ALPENKLANG versammelt Windkraft – Kapelle für Neue Musik fünf Kompositionen, die den alpinen Raum aus sehr unterschiedlichen Perspektiven hörbar machen. Persönliche Erinnerungen treffen auf Naturbeobachtungen, dörfliche Szenen, politische Geschichte und den Reiz des Abgrunds.
In SALZ_HALL_SALZ verarbeitet Ralph Mothwurf Eindrücke aus der eigenen Kindheit am Attersee und Traunsee. Die Komposition besteht aus sechs blockartigen Abschnitten, denen konkrete Erinnerungen zugrunde liegen: Seen, Almwiesen, Höhlen, Bergpanoramen, Schneemassen und Sommergewitter. Imitierte Naturklänge stehen neben musikalischen Deutungen persönlicher Empfindungen. Der letzte Teil greift lose einen Kanon auf, den die Familie bei gemeinsamen Wanderungen häufig sang.
Manuel Zwergers STONE//WIND//SIGNAL entfaltet ein Geflecht aus fragilen Rhythmen, eruptiven Gesten und genau ausgehörten Übergängen. Der Titel bezeichnet drei Zustände des Hörens: die Materialität des Klanges, seine flüchtige Bewegung und die Spuren, die als Zeichen im Raum zurückbleiben. Harfe und Schlagwerk bilden das Zentrum der Komposition. Die Streicher umkreisen, spiegeln und brechen dieses klangliche Gefüge. Im Wechsel zwischen Verdichtung und Stille entsteht ein Echo aus Landschaft, Erinnerung und verborgenem Dialog.
Der Titel Eĥopintaro op. 78 von Michael F. P. Huber ist eine Wortneuschöpfung aus der Plansprache Esperanto und bedeutet sinngemäß „Echo der Berggipfel“. Ausgangspunkt der Komposition ist eine frei behandelte Folge von zwölf Tönen. Sie entwickelt sich aus Intervallen, die sich schrittweise von der großen Septime bis zur kleinen Sekunde verengen. Daraus entsteht die musikalische Keimzelle des Werkes: ein „Gipfelecho“, das sich fortwährend verändert. Vierteltöne erweitern im ersten Abschnitt das Klangspektrum. Im bewegten Mittelteil, geprägt von Kontrabass, Marimbafon und Harfe, tritt die Intervallstruktur besonders deutlich hervor. Der Schluss folgt den Eindrücken eines Wanderers auf dem Weg zum Gipfel: Naturszenen, vorüberziehende Menschen, flüchtige Tierbewegungen und überraschende Ausblicke verdichten sich zu einem vielgestaltigen alpinen Panorama.
In Alpenfolk II richtet Hubert Stuppner einen zugleich humorvollen und kritischen Blick auf Südtirol. In „Bergdrang zur Seiser Alm“ fliehen sonntägliche Ausflügler aus dem Qualm der Städte, wandern den ganzen Tag von Hang zu Hang und stehen am Abend müde an der Seilbahn. „Totenfeier in Meran“ erinnert an Kriegsheimkehrer unterschiedlicher Waffen und Ränge, die sich am Siegesdenkmal versammeln. Der Satz berührt das schwierige Fortleben militärischer Kameradschaften in einer zivilen und demokratischen Gesellschaft. Beim „Wiesenfest in Toblach mit Kuh“ zieht die Dorfkapelle an Häusern und Wiesen vorbei. Während die Tiere vor dem Stecken der Marketenderin erschrecken, stimmt eine Kuh begeistert hinter den Hecken in die Musik ein.
Base Jumpin’ Blues von Helga Plankensteiner und Michael Lösch führt musikalisch an den Rand des Abgrunds. Mehrere Anläufe kreisen um jenen Moment zwischen Entscheidung und Sprung, in dem Aufregung, Angst, Konzentration, Vorfreude, rasender Puls und Erinnerung gleichzeitig spürbar werden.
Windkraft - Kapelle für Neue Musik
Geschäftsführerin
Sabine Pircher
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